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Steiermark  Online seit 25.05.2026, 20:35 Uhr

Liezen: Feuerwehr-Flugdienst und Bundesheer übten


Mehr als 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Österreichischen Bundesheeres trainierten am 22. Mai 2026 bei einer groß angelegten Flugdienstnachschulung gemeinsam ein realitätsnahes Waldbrandszenario im alpinen Gelände auf der Loseralm in Altaussee. Neben allen steirischen Feuerwehr-Flugdienststaffeln standen insbesondere die Zusammenarbeit mit den Hubschrauberbesatzungen des Bundesheeres sowie der sichere Umgang mit den eingesetzten Hubschraubertypen im Mittelpunkt.


Federführend organisiert wurde die Übung durch die örtlich zuständige Feuerwehr-Flugdienststaffel Steiermark Nord unter Staffelkommandant Josef Fritz von der Freiwilligen Feuerwehr Aigen im Ennstal. Neben der Staffel Nord nahmen auch die Flugdienststaffel Ost/Süd der Feuerwehr Kapfenberg sowie die Flugdienststaffel West der Feuerwehr Scheifling teil.

Ein anspruchsvolles Übungsszenario beschäftigte am Freitag den Feuerwehr-Flugdienst Steiermark gemeinsam mit Kräften des Österreichischen Bundesheeres im Bereich der Loseralm in Altaussee. Übungsannahme war ein Waldbrand im Bereich Loser, ausgelöst durch ein Schwendfeuer.

Im Mittelpunkt der Fortbildungsmaßnahme standen die Aufgaben der Feuerwehr-Flughelfer und Flugeinweiser im Zusammenwirken mit Hubschraubern. Dazu zählen unter anderem das Erkunden, Vorbereiten und Absichern von Hubschrauber-Landeplätzen, das Melden von Flughindernissen, das Einweisen von Hubschraubern, das Vorbereiten von Lasten für Innen- und Außenlasttransporte sowie das Überwachen von Personen und Gerät am Boden. Feuerwehr-Flughelfer übernehmen darüber hinaus Tätigkeiten beim Personen- und Materialtransport, beim Be- und Entladen, beim Ein- und Aushängen von Außenlasten sowie bei Seil- und Windeneinsätzen in unwegsamem Gelände.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem sicheren Umgang mit den eingesetzten Hubschraubertypen des Bundesheeres. Neben den bewährten Modellen AB 212 Agusta Bell und S-70 Black Hawk stand insbesondere der neue AW 169 Leonardo im Fokus, um die Feuerwehr-Flughelfer und Flugeinweiser auf aktuelle technische und einsatztaktische Anforderungen zu schulen.

Nach der gemeinsamen Auffahrt zur Loseralm wurden Einsatzleitung, Landeplatz, Absprungplatz und Wasserentnahmestelle eingerichtet. Dazu zählten der Aufbau eines 10.000-Liter-Wasserbehälters, die Herstellung einer Zubringleitung durch die Freiwillige Feuerwehr Altaussee sowie die Vorbereitung von Gerätschaften wie Bambi Bucket, Pumpen, Armaturen, Löschwasserrucksäcken, Schläuchen, Seilen und mobilen Löschwasserbehältern.

Im weiteren Verlauf trafen drei Hubschrauber des Bundesheeres ein: ein AW 169 Leonardo, ein S-70 Black Hawk sowie ein AB 212 Agusta Bell. Trainiert wurden unter realitätsnahen Bedingungen Mannschaftstransporte, Anlandungen, Windenflüge, Materialtransporte, Wasserflüge, Direktabwürfe auf die angenommene Brandstelle sowie der Rücktransport von Mannschaft und Gerät.

Zusätzlich wurden Taucher per Hubschrauber zum Speicherteich Sandling verlegt und nach dem Tauchgang wieder rücktransportiert.

An der Übung nahmen auch Bereichsfeuerwehrkommandant Reinhold Binder sowie Harald Schaden, Landessonderdienstbeauftragter für Flugdienst und Vegetationsbrandbekämpfung des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark, teil.

Die Übung unterstrich die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Bundesheer und weiteren Partnern bei Wald- und Vegetationsbränden in alpinem Gelände. Gerade in schwer zugänglichen Einsatzbereichen ermöglichen Hubschrauber rasche Erkundung, Beobachtung, Führung sowie den Transport von Löschwasser, Gerät, Mannschaft und Lasten.

Ein besonderer Dank gilt der Freiwilligen Feuerwehr Altaussee, den Loser Bergbahnen und den Österreichischen Bundesforste, die durch ihre Unterstützung und die Schaffung der notwendigen Voraussetzungen vor Ort wesentlich zum Gelingen der Übung beigetragen haben.

Nach dem Rücktransport von Mannschaft und Gerät fand am Nachmittag eine gemeinsame Nachbesprechung statt, wo der Tag und die Erkenntnisse daraus nochmal reflektiert wurden. Bereichsfeuerwehrkommandant Reinhold Binder konnte sich dabei von der Leistungsfähigkeit und Schlagkraft dieses Sonderdienstes selbst überzeugen. Im Anschluss wurde Feuerwehr-Flughelfer Andreas Aster von der Feuerwehr Admont altersbedingt aus dem Feuerwehr-Flugdienst verabschiedet. Der Feuerwehr-Flugdienst dankte ihm für seine jahrelange Treue, seinen verlässlichen Einsatz und sein großes Engagement. Gleichzeitig wurde mit Markus Komatz von der Feuerwehr Aigen im Ennstal ein neuer Feuerwehr-Flughelfer in den Aktivstand übernommen und in der Flugdienststaffel Nord herzlich willkommen geheißen.

Fotos: BFV Liezen / Flugdienst