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Salzburg  Online seit 20.05.2026, 13:16 Uhr

Salzburg Stadt: Schadstoffaustritt am Hauptbahnhof


Am 4. Mai 2026 um 15:23 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr Salzburg zu einem Schadstoffaustritt aus einem Kesselwaggon am Hauptbahnhof Salzburg alarmiert. Ein Kesselwagen einem Fassungsvermögen verlor die Chemikalie Natriummethylat (UN 1289, Gefahrnummer 38) und einem Fassungsvermögen von 26.000 l Ladung verlieren. Direkt neben dem betroffenen Kesselwagen war ein Güterzug mit Kesselwagen mit brennbaren Flüssigkeiten abgestellt.


Am Ort des Geschehens wurden die Einsatzkräfte im Bereich der Lastenstraße vom ÖBB-Einsatzleiter empfangen, welcher die Einstellung des Fahrbetriebs im Bereich der Nebengleise bis zum betroffenen Gleis bestätigte.
Bei dem ausgetretenen Gefahrstoff handelte es sich um in Ethanol gelöstes Natriummethylat. Der Stoff reagiert heftig mit Wasser, neigt an der Luft zur Selbstentzündung und ist ätzend.
Umgehend wurde der ÖBB-Einsatzleiter angewiesen, die Bahnsteige acht und neun zu räumen. Gleichzeitig wurde ein dreifacher Brandschutz aufgebaut, bestehend aus Pulver, einer Schaumlöschleitung sowie einer Löschleitung von einem Tanklöschfahrzeug. Ein Trupp wurde mit Schutzstufe 2 und Brandschutzkleidung ausgerüstet sowie die chemisch-umwelttechnische Rufbereitschaft angefordert.
Der Schutzanzugtrupp führte die Erkundung durch und stellte fest, dass aktuell keine Flüssigkeit aus dem Kesselwagen austrat, sich jedoch im Bereich des Füllflansches eine kristallisierte Masse befand. Im Bereich der Einsatzstelle konnten keine Ex-Gefahr sowie keine Erwärmung des Kesselwagens festgestellt werden.
In der Zwischenzeit wurde die Räumung der Bahnsteige 6, 7, 8 und 9 durch die in großer Anzahl anwesende Polizei unterstützt. Nach dem Eintreffen der chemisch-umwelttechnischen Rufbereitschaft und der Absprache mit dem TUIS-Fachberater wurden die weiteren Maßnahmen abgestimmt.

Zu diesem Zeitpunkt konnte keine unmittelbare Gefahr einer Ausbreitung durch den kristallisierten Stoff angenommen werden. Aufgrund der Gefahr durch heiße Teile und einer möglichen explosionsartigen Entzündung war ein gefahrloser Verschub des Kesselwagens jedoch nicht möglich.
Da durch das Entfernen der kristallinen Masse ein neuerlicher Stoffaustritt und somit eine akute Gefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden zusätzliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr nachgefordert. Der auf dem Nebengleis abgestellte Güterzug mit brennbaren Flüssigkeiten wurde aus dem Gefahrenbereich gezogen. Zusätzlich wurde der Hauptbahnhof Salzburg durch die Polizei geräumt und gesperrt. In weiterer Folge wurde das betroffene Gleis stromlos geschaltet und geerdet.
Durch den Schutzanzugtrupp wurde der Flanschdeckel vollständig geschlossen. Die Reste des kristallisierten Stoffes wurden mittels Wasser verdünnt und der betroffene Flansch anschließend mit Leckdichtpaste zusätzlich abgedichtet.
Während der Arbeiten stand ein Rettungstrupp der Freiwilligen Feuerwehr an der Einsatzstelle zur Verfügung. Zusätzlich waren vier besetzte Strahlrohre für Wasser, Schaum und Pulver in Bereitschaft. Nach Abschluss der Arbeiten wurde der Waggon dem ÖBB-Einsatzleiter übergeben und sämtliche Absperrmaßnahmen aufgehoben. Während des Einsatzes standen Kräfte des Roten Kreuzes zur Eigensicherung an der Einsatzstelle in Bereitschaft.

Eingesetzte Kräfte der Feuerwehr
BF: ELF, zwei RLF, ASF, GSF mit PLA, GTLF, VF, 20 Einsatzkräfte
Freiwillige Feuerwehr Seekirchen: ASF;
Freiwillige Feuerwehr Salzburg Stadt LZ Gnigl: TLF, LF;
Freiwillige Feuerwehr Salzburg Stadt LZ Itzling: MTF;
Freiwillige Feuerwehr Salzburg Stadt LZ Bruderhof: TLF und Deko-Anhänger
Insgesamt FF: 72 Einsatzkräfte
Fotos: Berufsfeuerwehr Salzburg

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