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Niederösterreich  Online seit 19.04.2024, 10:30 Uhr

Feuerwehrhelm aus 1900: Nicht entsorgt, sondern wieder ein Prunkstück


Vor einem Jahr konnte Andreas Habinger einen alten Feuerwehrlederhelm vor dem Entsorgen retten. Dann stellte er sich die Frage, wer solch ein historisches Stück restaurieren könnte. Der Helm war einer der letzten Exemplare der FF Neidling (Bezirk St. Pölten, NÖ). Ein Feuerwehrmitglied der FF Biberbach gab Habinger den Tipp, dass Feuerwehrhistoriker Peter Greßl von der Freiwilligen Feuerwehr Rosenau (Bezirk Amstetten) in der Lage sein könnte, den Helm wieder zum Glänzen zu bringen.


So wurde schnell über mehrere Ecken der entscheidende Kontakt geknüpft. Als Greßl den Helm bekam, bezweifelte er, dass eine Restaurierung durchführbar wäre – versuchte es aber trotzdem. Aufgrund jahrzehntelanger falscher Lagerung auf einen Dachboden war das Leder geschrumpft, das Innenleder zerrissen und der Helm selbst stark verschmutz.

Über 60 Arbeitsstunden
„Zum Glück waren noch alle Helmnieten und Löwenköpfe vorhanden“, erzählt der Bezirkssachbearbeiter für Feuerwehrgeschichte Greßl. Nach über 60 Stunden Restaurationsarbeit mit Schleifen, Richten, Dehnen, händischem Nähen und Lackieren wurden die Beschläge gereinigt und poliert. Die Metallbeschläge waren nicht – wie so oft – aus Messing, sondern aus Nickel, das um das Jahr 1900 sehr teuer war.

In voller Pracht zurückgegeben
Nach liebevoller Feinarbeit konnte Peter Greßl den Helm wieder so herstellen, wie er damals ausgesehen hatte. Kürzlich konnte der geschickte Feuerwehrexperte den restaurierten Helm an den Besitzer Andreas Habinger übergeben. Gerührt sagte Heist, er habe nicht damit gerechnet, solch ein Prunkstück zurückzubekommen. Der Helm wird einen besonderen Platz in seinen Heimatmuseum-Stüberl bekommen, betont Habinger.

Bericht und Fotos: Wolfgang Zarl